Nach langer Verletzungspause feiert der Fünfkämpfer große Erfolge – und krönt sich mit dem EM‑Titel. Der gebürtige Berliner träumt von Olympia.
Als Luis Thieke am Morgen nach seinem größten Einzelerfolg aufwachte, war er vor allem erschöpft. Dass er zuvor U17-Europameister im Modernen Fünfkampf geworden war, konnte der 15-Jährige kaum begreifen. „Ich musste das erst in den Wochen danach realisieren“, sagt Thieke. „Es ist immer noch ein schönes Gefühl.“
Der Titelgewinn Anfang Juli im spanischen Pontevedra ist der Grund, warum Thieke zum Nachwuchssportler des Monats September gewählt wurde. Dem Athleten bedeutet die Auszeichnung viel. Bereits im vergangenen Jahr hatte er zur Wahl gestanden, damals ohne Erfolg.
Luis Thieke: Vom Europameister zum Staffel-Weltmeister
Der EM-Titel war nur einer von mehreren Erfolgen in diesem Sommer. Knapp zwei Wochen später gewann Thieke bei der U17-Weltmeisterschaft im litauischen Kaunas Gold in der Staffel. Im Einzel belegte er den vierten Platz. Bei seiner ersten U19-Weltmeisterschaft Ende August in Madrid holte er zudem Silber in der Mixed-Staffel.
Diese Ergebnisse waren nicht selbstverständlich. Im vergangenen Jahr zwang ihn eine Oberschenkelverletzung zu einer sechsmonatigen Pause. „Das war eine schwierige Zeit“, erzählt der Berliner. Vor allem seine Eltern und Freunde hätten ihn aufgebaut. Eine besondere Stütze sei seine Mutter Alice: „Sie stärkt mich jeden Tag.“
Sechs Trainingstage für den Traum von Olympia
Seit 2019 betreibt Thieke Modernen Fünfkampf. Über seinen älteren Bruder kam er zu der vielseitigen Sportart. Sie besteht aus Schwimmen, Fechten, Hindernisparcours sowie dem Laser-Run, einer Kombination aus Laufen und Laserschießen.
Thieke besucht die Poelchau-Schule im Olympiapark, wo er Unterricht und Leistungssport verbinden kann. Trainiert wird an sechs Tagen pro Woche. Oft ist er von acht bis 18 Uhr auf dem Gelände. Viel Freizeit bleibt nicht. Als Verzicht empfindet er das kaum, auch weil viele seiner Freunde mit ihm trainieren.
Entscheidend sei, trotz aller Anstrengung die Freude nicht zu verlieren. Das große Ziel hat er fest im Blick: die Olympischen Spiele. Bis dahin brauche es noch viel Training, so Thieke. Was ihm Olympia bedeuten würde, weiß er aber schon: „Das würde mich glücklicher machen als alles andere.“










