Clara Hurek jagt Weiten und ist Berlins große Hoffnung im Speerwurf. Die 17‑Jährige trainiert sechsmal pro Woche und macht nebenbei Abitur.
Manchmal ist es ein Bauchgefühl. Eine Vorahnung. Der sprichwörtliche „siebte Sinn“. Wissenschaftlich lässt sich das nicht direkt nachweisen. Psychologen sprechen allenfalls von unbewusster Wahrnehmung. Fest steht jedoch: Clara Hurek hat etwas gespürt.
„Ich weiß gar nicht, warum“, erzählt die 17-jährige Berlinerin, „aber ich habe sofort gemerkt: Der war gut.“ Hurek spricht über ihren Wurf. Mit 47,22 Metern sicherte sich die Leichtathletin im Speerwurf der weiblichen Jugend (U20) die Goldmedaille bei den deutschen Meisterschaften im Februar. Eine neue Bestleistung, durch die die Konkurrenz chancenlos blieb. Umso beeindruckender: Es war ihr erster Wurf im ersten Wettkampf der Saison.
Dafür wurde Clara Huek nun zur Nachwuchssportlerin des Monats April gewählt. Für sie ist die Auszeichnung zugleich Anerkennung und Bestätigung. „Weil sich das dann irgendwie auszahlt, wenn man so hart trainiert“, sagt Hurek. Viel Zeit. Viel Stress. Viel mentale Kapazität. All das fließt in den Sport, berichtet sie.
Clara Hurek: Sechs Tage Training, ein Tag Regeneration
Die 17-Jährige vom SC Charlottenburg (SCC) trainiert an sechs Tagen pro Woche – von Montag bis Samstag. Regeneriert wird nur am Sonntag. Ansonsten stehen Technikeinheiten, Wurfeinheiten und vor allem Krafttraining auf dem Plan. Denn wie in jeder Leichtathletik-Disziplin ist Kraft auch im Speerwurf die entscheidende Grundlage. Weit werfen kann nur, wer über entsprechende Stärke verfügt.
Parallel zu Training und Wettkämpfen macht Hurek derzeit ihr Abitur. Danach möchte sie studieren. Bevor es an die Universität geht, führt der Weg der Sportlerin aber nach Rom. In der italienischen Hauptstadt absolviert Clara Hurek einen internationalen Freiwilligendienst, der ihr ermöglicht, sich im Ausland zu engagieren.
50,50 Meter als Marke
Trainiert wird auch in Italien. Der SCC vermittelt ihr Kontakte zu dortigen Trainern. Und „es gibt einen Bundesstützpunkt in Rom“, wie Hurek erleichtert berichtet. Dort möchte die Speerwerferin in eine Trainingsgruppe aufgenommen werden, „damit es da dann weitergehen kann“. Ihre sportlichen Ziele sind klar: Für die WM-Qualifikation braucht es 50,50 Meter – dorthin will sie.










